Die Auswahl des Geburtsortes

Ein Thema, das wohl jede Schwangere sehr beschäftigt ist, die Wahl des passenden Geburtsortes.  Hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten sein Kind zu gebären. Wir stellen euch hier die häufigsten Geburtsorte kurz vor und berichten euch über die Vor- und Nachteile. 

Die Geburt in der Klinik

Die Geburt in der Klinik wird allen schwangeren die Risiko Schwanger d.h die chronische Vorerkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus oder einen Herzfehler haben empfohlen. Auch wird die Entbindung den Frauen deren Schwangerschaft problematisch (z.B. Schwangerschaftsvergiftungen) verliefen, bei Beckenendlage oder auch bei Mehrlingen in der Klinik empfohlen. Insbesondere wenn sich das Baby vor der 37. Schwangerschaftswoche oder das Baby sich 14 Tage nach dem Entbindungstermin (ET) noch nicht auf den Weg gemacht hat, wird zur Innerklinischen Geburt geraten. Ebenso wenn 24 Stunden nach dem Blasensprung keine Wehen einsetzten oder festgestellt wird das es dem Kind nicht gut geht.   

Das passiert noch vor der Geburt:

Die meisten Kliniken bieten für Schwangere und ihre Begleitperson Infoabende und Besichtigungsmöglichkeiten an. Hier kann man einen ersten Einblick in den Kreißsaal und in die Arbeitsweise vor Ort bekommen. Die Infoabende können dazu genutzt werden, um Fragen zu stellen, wie z.B.:

  • Mit welchem System arbeiten die Hebammen (Schichtsystem, Beleghebammen) ? 
  • Wie ist die Klinik auf Notfälle vorbereitet? 
  • Gibt es eine Kinder-Intensivstation/ Kinderklinik mit im Haus?
  • Wie hoch ist die Kaiserschnittrate?
  • Welche Methoden gibt es zur Schmerzbehandlung? 
  • Welche Unterstützungsangebote für Stillende gibt es noch?
  • Werden auf der Wöchnerinnenstation sogenannte Familienzimmer angeboten?
  • Gibt es die ambulante Geburt in der Klinik?

Sicherlich gibt es hier noch viele weitere Fragen… 

Die Anmeldung zu einer Geburt in der Klinik sollte so etwa um die 20. Schwangerschaftswoche erfolgen. Hat dann der Mutterschutz begonnen erfolgt in der Regel dann die persönliche Vorstellung in der Klinik. Stellt man sich persönlich in der Klinik vor erfolgt ein neben einer Untersuchung auch ein persönliches Gespräch. Hier kann man dann über Wünsche (z.B. Wassergeburt), Ängste und auch über Besonderheiten sprechen, welche dann auch dokumentiert werden.  

Ablauf der Geburt in der Klinik:

Der wohl wesentlichste Unterschied zur Hausgeburt oder zu dem Geburtshaus ist das hier nicht die Hebamme die volle Verantwortung für die Schwangere und das Kind übernimmt, sondern diese obliegt dem zuständigen Arzt. So wird die Gebärende überwiegend von der Hebamme während der Geburt betreut und begleitet aber in der letzten Phase der Geburt kommt ein Arzt hinzu. Auch ein wesentlicher Unterschied ist, dass die Gebärende in der Klinik Schmerzlindernde Medikamente erhalten kann. Sollte es notwendig werden kann die Saugglocke bzw. ein Kaiserschnitt gemacht werden. 

Hebammen in der Klinik überwachen meist während der gesamten Geburt die Herztöne des Ungeborenen mittels des CTG. Sollte das nicht so sein werden zumindest in der letzten Phase der Geburt die Herztöne überwacht. Die Hebammen begleiten die Schwangeren, kümmern sich um sie, helfen z.B. eine geeignete Geburtsposition zu finden oder Wehen zu veratmen. Auch benachrichtigen sie bei Auffälligkeiten den Arzt. Der Arzt ist dann wie bereits erwähnt in der letzten Phase der Geburt dabei und hinterher da um evtl. entstandene Geburtsverletzungen zu versorgen. 

Meist bleiben dann die Mütter mit ihren Neugeborenen nach einer vaginalen Geburt drei Tage auf der Wöchnerinnenstation in der Klinik. Manche Kliniken bieten auch ein Familienzimmer, d.h. der Partner kann in dieser Zeit mit in der Klinik bleiben. 

Wurde im voraus eine ambulante Geburt gewählt und der Mutter sowie dem Neugeborenen geht es gut können sie drei Stunden nach der Geburt nach Hause entlassen werden. Hier muss dann aber noch geregelt sein, wer die U2 übernimmt (Klinik oder Kinderarzt). Das kann unterschiedlich geregelt sein. 

Womit sollten Eltern rechnen? 

Die Hebammen in der Klinik arbeiten meist im Schichtsystem, d.h je nachdem wie lange die Geburt dauert, kann eine Gebärende mehrere Hebammen kennenlernen, die sie durch die Entbindung begleiten. Hier ist zu beachten das die „Chemie nicht immer passt“ zwischen einer Hebamme und der Gebärenden. Auch kann eine Klinik keine Eins zu Eins Betreuung gewährleisten. Eine Hebamme kann, wenn in der Klinik viel los ist bis zu drei Schwangere in unterschiedlichen Geburtsphasen gleichzeitig betreuen. Es gibt auch Kliniken wo die Hebammen in einem Belegsystem arbeiten. Das ist aber eher selten der Fall. Auch sollte man wissen das aufgrund von Personalmangel und eventuellen Engpässen (z.B. Kreißsaal überfüllt) Schwangere auch in eine andere Klinik verwiesen werden können. Am besten immer rechtzeitig anmelden, sich informieren und sich auch unbedingt immer mehrere Kliniken anschauen.  

Die Geburt zu Hause

Das passiert noch vor der Hausgeburt:

Ab der 10. Schwangerschaftswoche sollten sich interessierte Schwangere, also frühzeitig eine Hausgeburts-Hebamme suchen. Dadurch das es immer weniger von ihnen gibt, ist eine frühzeitige Suche extrem wichtig!

Eine Hausgeburt lebt durch das Vertrauen der werdenden Eltern zu der Hebamme. Deshalb sollte man bei der Suche nach einer Hebamme auch darauf achten das „die Chemie zu dieser“ auch passt. Der Hauptgedanke hinter einer Hausgeburt ist das die Schwangere in einer vertrauten Umgebung mit vertrauten Menschen leichter entbinden kann. Sich einfach ein Stück weit wohler fühlt. 

Die Hausgeburts-Hebammen begleiten die Schwangere durch die gesamte Schwangerschaft. Auch hier wird im letzten drittel ein schriftlich festgehaltenes Aufklärungsgespräch durchgeführt. Hier werden Fragen, Ängste oder auch Wünsche (z.B. Wassergeburt) besprochen. 

Während der Hausgeburt:

Im Gegensatz zur klinischen Entbindung wird die Hausgeburt immer von einer Hebamme geleitet. Auch gibt es hier die Eins zu Eins Betreuung. Hat die Schwangere Wehen im Abstand von 5 bis 7 Minuten bleibt die Hebamme an ihrer Seite bis das Baby auf der Welt ist. Sie ist dabei ganz für die Frau da, sie atmet, massiert und leitet dabei die Schwangere genau an. Gab es bei den vorherigen Untersuchungen keine Auffälligkeiten werden während der Hausgeburt die Herztöne „nur“ mit einem Stethoskop überprüft.  

Womit sollten Eltern rechnen?

Hebammen können bei einer Hausgeburt keine PDA oder schmerzstillende Medikamente verabreichen. Hebammen arbeiten hier meist mit Wärme, Homöopathie oder auch mit Hypnobirthing. Einzig dem Arzt in der Klinik ist es möglich eine Saugglocke zu verwenden oder einen Kaiserschnitt durchzuführen. Auch sollten Gebärende mit einer Verlegung in die Klinik rechnen. Dies bedeutet nicht immer das es ein Notfall ist. Mögliche Gründe können hier unter anderem sein:

  • Geburt geht nicht weiter, ist stehen geblieben
  • Schmerzen sind nicht mehr aushaltbar
  • Auffälligkeiten bei Ungeborenem 

Jede Hebamme, die zu einer Hausgeburt kommt, hat ein Notfallset dabei. Dies beinhaltet Sauerstoff und Sauerstoffmasken für Mutter und Kind und auch ein Wehen hemmendes Medikament für die Verlegung in eine Klinik. Jede Hausgeburt beinhaltet immer ein gewisses Risiko für Mutter und Kind. Denn bei einer Verlegung in die Klinik kann wertvolle Zeit verstreichen. Gerade bei plötzlichen Notfällen. Auch bei unauffälligen/ unkomplizierten Schwangerschaften kann man nicht zu 100 % voraussagen wie die Geburt abläuft. Wichtig ist hier immer das Gefühl der Schwangeren.   

Auch kann der Entbindungstermin nicht sicher festgelegt werden. Hier bekommt die Hebamme eine Rufbereitschaftspauschale. Dies können mehrere hundert Euro sein. Manchmal übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten. 

Die Geburt im Geburtshaus

Das passiert noch vor der Geburt im Geburtshaus:

Jede Schwangere, die sich für eine Entbindung im Geburtshaus interessiert sollte, sich schon ab der 10. Schwangerschaftswoche die Häuser in Ruhe anschauen und auch dort wieder Fragen stellen können. Geburtshäuser können sehr unterschiedlich sein daher wird empfohlen mehrere anzuschauen. Wie bei einer Hausgeburt werden die Schwangere Eins zu Eins bei ihrer Entbindung betreut. Auch hier obliegt die volle Verantwortung für die Geburt wieder bei der Hebamme. Auch im Geburtshaus kommt man im letzten drittel zu einem Aufklärungsgespräch, das wieder schriftlich festgehalten wird vorbei. Hier können Fragen gestellt, über Wünsche und Ängste gesprochen werden. 

Ablauf der Geburt: 

Hat die Schwangere das Gefühl, es könnte losgehen so meldet sie sich bei ihrer Geburtshaus-Hebamme. Es wird dann besprochen, ob man direkt in das Geburtshaus kommen soll oder ob man noch warten soll. In manchen Fällen kommt die Hebamme vom Geburtshaus vorbei und macht Vorort eine erste Untersuchung. Sollte es dann so weit sein fahren sie gemeinsam zum Geburtshaus. Es kann aber auch sein das die Schwangere zur ersten Untersuchung in das Geburtshaus kommen soll. Es kann sein das die gebärende und ihre Begleitperson dann nochmal nach Hause geschickt werden. 

Die Geburt ähnelt dann der Hausgeburt. Bei einer Geburtshaus-Geburt werden insbesondere die eigenen Kräfte der Gebärenden mobilisiert. Geht es Mutter und Neugeborenem nach der Hausgeburt gut können sie nach kurzer Zeit nach Hause gehen. Somit ist diese Geburt dann auch wieder als ambulant zu bezeichnen. Bei evtl. Notfällen oder Auffälligkeiten werden Mutter und Kind in die Klinik überwiesen.  

Womit sollten Eltern rechnen: 

In manchen Geburtshäusern gibt es auch ein Schichtsystem, d.h hier begleiten die Gebärende unter Umstände mehrere verschiedene Hebammen. Auch die Beleghebamme z.B. durch eine andere Geburt verhindert sein. Gerät die Geburt ins Stocken oder Mutter/ Kind geht es nicht gut, kann eine Verlegung in die Klinik angezeigt sein.